Was bedeutet Gemeinschaft?

Was bedeutet eigentlich Gemeinschaft?

In diesem Blog soll es ja nicht nur um Themen rund um den Hund gehen, sondern wir wollen schreiben über alles, was mit dem Leben mit und ohne Hund, mit Natur, mit Gemeinschaft und sozialer Sprache zu tun hat.

Was wir machen, was wir sind, ist mehr als „nur“ Hunde erziehen. Uns geht es auch um eine Einstellung zum Leben. Die sieht man dann natürlich auch im Umgang mit Anderen, und also auch unserem Hund.

Ein ganz wichtiger Punkt ist das Stichwort „Gemeinschaft“. In Seminaren bei uns kommt das Wort immer wieder vor – Grund genug, dem einmal auf den Grund zu gehen, was mit so einem Wort eigentlich gemeint ist, was wir darunter verstehen, und warum dieser Aspekt so wichtig ist.

Also, eine Gemeinschaft ist eine Gruppe von Lebewesen, soweit ist alles klar. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht: Nicht jeder Haufen von Leuten ist auch gleich eine Gemeinschaft. Wer nur lose und mehr oder minder zufällig miteinander zu tun hat, ist nicht gemeinschaftlich unterwegs (vergleiche auch „gemeinsam“...). Gemeinschaft beginnt da, wo wir miteinander sind, wo wir einander verbunden sind. Das ist nicht etwas, das „so naja“ ist, das ist auch verbindlich! Da kann ich mich auf den oder die Anderen verlassen. Wir stehen für einander ein. Das bedeutet umgekehrt aber auch, dass ich mich nicht entziehe, wenn es mal schwierig wird.

Das ist der Teil, den wir vom Hund (wieder) lernen können, was wir uns von den Tieren abschauen können: Ein Hund nimmt sich selbst als Einzelnen gar nicht so wichtig. Was ihm viel mehr bedeutet, ist eben seine Gemeinschaft. Er sieht sich nicht als ein Individuum mit Ansprüchen nur für sich, sondern das Wohl seiner Familie steht für ihn ganz weit vorn.

Teil einer Gemeinschaft zu sein, bekommt man nicht geschenkt! Es ist nicht so wichtig, was oder ob du leistest. Aber es ist wichtig, dass du dich intergrierst, dass du – zum Beispiel – die Regeln, die in dieser Gemeinschaft bestehen, auch unterschreibst. Ausserdem: Bist du für die Gemeinschaft, oder bist du nur für dich unterwegs?

Letztlich bist du immer freiwillig in einer Gemeinschaft!

Als Beispiel: Du entscheidest dich selbst dafür, zu heiraten, eine Familie zu gründen. Als Sohn oder Tochter bist du ersteinmal hineingeboren in diese Familie – aber wie weit du da mitmachst, das liegt bei dir. Bist du dann erwachsen, entscheidest du selbst, wie viel du dich einbringen wirst in diese Gemeinschaft... Genauso wer immer nur um seinen eigenen Vorteil schaut, den wird die Gemeinschaft auf Dauer nicht dabeihaben.

Meinen Individualismus ein Stück weit aufzugeben, bedeutet in gewisser Hinsicht ersteinmal ein Weniger an Freiheit. Und gleichzeitig aber auch ein Mehr an Möglichkeiten. Als Einzelner kann ich zwar tun und lassen, was mir Spass macht, ja. Aber gemeinsam können wir noch ganz Anderes auf die Beine stellen. In der Gemeinschaft habe ich Rückhalt, es gibt mir eine Sicherheit, die nirgends anders zu finden ist.

Familie, Wolfsrudel, Freundesclique,.... In eine Gemeinschaft kann man natürlich auch hineingeboren sein. Nur, ob man auch wirklich dazugehört, und Teil des Rudels bleibt, das liegt im Sozialen.

Gemeinschaft gibt es nicht nur da, wo man miteinander verwandt ist. Genauso können Menschen, Tiere zu einer Gemeinschaft erst werden. Das passiert da, wo wir uns wirklich aufeinander einlassen, wo wir den Anderen akzeptieren und respektieren. Wo wir nicht nur für einen bestimmten Zweck zusammenkommen, sondern uns ohne Hintergedanken hineinbegeben.

~ Ute

Veröffentlicht in Essays.

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